Wer rennt wenns brennt?

Ausbildung, und die richtige Anwendung der komplexen Geräte.




Seid also gespannt, wie so ein knallharter Job gemeistert wird und seht euch an wie Großbrände bekämpft, mehere Verletzte gleichzeitig behandelt, dicke Flugzeugabstürze abgearbeitet werden und dass, während uns die Sorge um das tägliche Mittagessen kaum zur Ruhe kommen lässt...

So, dann will ich mal anfangen.

Es ist Donnerstag, der 28.09.2006, der Vorabend zum Dienst am Freitag. Ich besorge nochmal schnell etwas zu Essen für den kommenden 24 Stunden Dienst, Bananen Joghurt usw. Abends nehme ich mir ein Milchbrötchen und rasiere mich, es könnte ja sein, dass ich am nächsten Tag tatsächlich mal Atemschutz aufsetzen muss. Aber das gehört natürlich nicht zum eigentlichen Dienst.

Freitag, der 29.09.2006 8:00h Mez

Unser Dienst beginnt um 8h morgens und geht 24 Stunden bis zum nächsten Morgen. Bis ca 7:50h trifft die aktuelle Mannschaft nach und nach ein und löst die Kollegen der Vorschicht ab, dabei geht der erste Blick immer auf die Diensteinteilung die vor dem Wachzugführerbüro hängt damit man weiß, wenn man ablöst und welche Position man an den Tag besetzt.


Alle nun folgenden Bilder sind anklickbar und enthalten zusätzliche Informationen, viel spass!







- Um punkt 8h gongt es dann zum "Ansitzen", das war früher noch ein richtiges Antreten, wird bei anderen Feuerwehren auch noch so praktiziert.

Dann wird von unserem direkten Vorgesetzten, der bei uns Wachzugführer heisst, nochmal vorgelesen wer welche Position besetzt, wer warum fehlt, wer deswegen wen ersetzt, wer später noch welche Arbeiten zu erledigen hat und vorallem wird mit Spannung erwartet wer die Brandsicherheitswachdienste im Staatstheater, in der Weser- Ems Halle oder auf dem Kramermarkt aufgedrückt bekommt.

Anschließend wird noch kurz erklärt was heute ausserdem erledigt werden muss, ob Fahrzeuge zur Werkstatt müssen, ob Fahrzeuge getankt werden müsen, wann welche Ausbildung ist (wir organisieren unsere Aus- bzw Weiterbildung selbst, jeder bekommt Themen und dann gibts noch für bestimmte Gebiete Spezialisten) oder ob es Aussentermine gibt (z.B. Besichtigungen im Rahmen des Vorbeugenden Brandschutzes) und ob wir Besichtigungen für Kindergärten oder Schulen organisieren müssen die immer mal wieder zu Besuch kommen.
Das Mittagessen wird angekündigt (und natürlich aufgeregt ausdiskutiert) und was dafür noch eingekauft werden muss, ob Wäsche besorgt wird oder dringender Briefwechsel noch erledigt werden muss.




Nachdem beim Ansitzen alles wichtige besprochen wurde, und der erste Kaffee die müden Gesichter erhellt, begeben sich alle Kollegen in die Fahrzeughalle zu den ihnen zugewiesenen Fahrzeugen. Auf dem Weg dorthin wird die Einsatzkleidung aus den Spinden geholt.
Seit Anfang 2007 werden wir nach und nach mit neuer 4- lagiger Einsatzkleidung ausgerüstet. Diese 4 Lagen halten enorm warm. Kann man sich leicht vorstellen, den eine normale Jeans ist gleichbedeutend mit einer Lage (natürlich nicht in der gleichen Schutzklasse)
Bei der Einsatzkleidung müssen die Entwickler einen Spagant schaffen, sie soll warm halten und uns gleichzeitig natürlich vor grosser Hitze schützen. Sie muss antistatisch sein, damit sich keine Funken bilden können, sie muss möglichst Chemikalienbeständig sein, sie soll uns vor einfachen Verletzungen schützen, Wind- und Wasserdicht sein, Atmungsaktiv und leicht und natürlich dabei auch angenehm zu tragen sein und gleichzeitig z.B. im Autobahnverkehr schnell zu erkennen sein... Puh!
Durch die 4- lagige Konstruktion ergeben sich Luftpolster. Wie jeder weiß ist Luft ein schlechter Temperaturleiter, sprich diese Luftpolster sind der eigentliche Hitzeschutz für den Träger. Noch dazu besteht die Oberfläche der Jacken und Hosen aus einem feuerfestem Stoff. Aber was nützt das, wenn der Träger schon lange vorher in der Hitze kollabiert ist? Daher rührt auch die Wichtigkeit der Atmungsaktivität.
Eine weitere Neuerung unserer Einsatzkleidung ist der eingebaute Gurt. In Höhe des Beckens ist in die Jacke ein Gurt eingelassen, dessen Enden am Bauch mit einem Karabiener verbunden werden und dann mit einer Bandschlinge es uns ermöglichen einen sicheren Stand zu haben oder aber auch uns abzuseilen.
Mit Ausnahme des Gurtes ist die Hose gleich aufgebaut. Im Gegensatz zu den alten 3 Lagigen Hosen müssen wir nun keine Hosen mehr drunter anhaben, so das es im Einsatzfalle bei geöffneten Toren bestimmt hin und wieder zu erstaunten Blicken kommen wird: "Warum laufen die den auf Unterhosen rum?" Na ja, vielleicht können wir dadurch ein paar weitere Fans bekommen...
Komplettiert wird die Kleidung noch durch unseren (ebenfals neuen) Helm mit Hollandtuch (was auch für das Gesicht eine weitere Schutzlage darstellt, dann gibts noch unsere Flammschutzhaube und die Feuerwehrstiefel.
Diese Stiefel sind unglaublich schwer und klobig, sodas ein Rennen damit fast unmöglich ist.
Aber wie man jetzt sehen konnte, Schutz und Funktion snd nicht leicht in Einklang zu bringen.




Anschliessend beginnen wir um ca 8:15h mit der sogenannten Fahrzeugübernahme, d. h. die Fahrzeuge werden von den jeweiligen Besatzungen kontroliert, beim HLF bedeutet dies besonders viel Arbeit für den Maschinisten (er ist für die gesammte Technik verantwortlich) sodass er vom Angriffstrupp dabei unterstützt wird, der besonderes Augenmerk auf seine Atemschutzgeräte legt.

Die Atemschutzgeräte können im Einsatzfall von uns während der Fahrt angezogen werden, dafür sind entgegen der Fahrtrichtung 2 Halterungen in die Rücklehen eingebaut. Sie wiegen dank viel neuer Technik nur noch etwa 12 Kg, also kam man irgendwann auf die Idee, wenn die Geräte schon so leicht sind, kann man ja noch eine Menge dranhängen um alles mögliche immer dabei zu haben, wie z.B. ein Funkgerät, eine Feuerwehrleine mit der wir uns oder andere im Notfall abseilen könnten, oder Fluchthauben, falls wir Bewohner eines verrauchten Hauses evakuieren müssen, usw usw...




Der Maschinist, also der Fahrer, muss jeden Morgen alle Geräte und Aggregate checken, d.h. nicht alle Schubladen aufmachen und "Check" sagen, sondern wirklich alles auch ausprobieren.
Das beginnt vorne mit den Blaulichtern und endet hinten mit der Pumpe, die Messgeräte müssen funktionieren, die Akkus der Funkgeräte voll sein, die Kettensägen-, das Stromaggregat-, das Hydraulikaggregat werden laufen gelassen. Die Pumpe muss Wasser fördern und alle Betriebsstoffe müssen aufgefüllt sein.
Schlussendlich muss auch die Rettungsdienstausrüstung des Fahrzeuges kontroliert sein, da es immer mal vorkommen kann, dass das HLF bei einem Rettungsdiensteinsatz aushelfen muss (First- Responder- Einsatz), wir sind ja alle mindestens als Rettungssanitäter ausgebildet und können so auch sinnvoll helfen.
Da es eine Menge Arbeit ist, unterstützt der Angriffstrupp so gut es geht.

Auch die anderen Fahrzeuge werden natürlich kontroliert, die Drehleiter ausgefahren und bis an die Grenzen belastet, damit die Besatzung lehrnt sie besser einzuschätzen, alle Sondergeräte werden mal angebaut, wie z.B. die Tragenhalterung mit der man liegende Patienten aus Häusern retten kann. Anschließend wird auch der Rüstwagen kontroliert, da er im Bedarfsfall von der Drehleiterbesatzung besetzt wird.

Die Besatzung des GW- Technik überprüft, ob genug Ölbindemittel vorhanden ist und lässt auch alle Geräte einmal laufen, da er auch für das Wechselladerfahrzeug zuständig ist und auch das große Tanklöschfahrzeug und den Tierrettungswagen, dauert auch das einige Zeit.

Der Fahrer des Einsatzleitwagens fährt alle Computer, Telefone und Funkgeräte einmal hoch und kontroliert die Vollzähligkeit der Einsatzliteratur.

Kleinere anfallende Reperaturen werden sofort erledigt.
Diese Arbeiten werden jeden Tag ausgeführt, denn wir müssen uns ja darauf verlassen können, dass alles funktioniert.










Ab ca 9:15h bis 9:30h ist dann Frühstück für alle.
Anschließend beginnt dann jeder mit den Arbeiten die morgens verteilt wurden, wobei berücksichtigt wird, was der entsprechende Kollege mit Arbeiten betraut wird, die er im "richtigen Leben" auch ausgführt hat. Das bedeutet, dass die Elektriker strippen ziehen und die Kfz- Mechaniker was auch immer reparieren.

Doch bevor es soweit ist, öffnete der Gw Technik eine Wohnungstür, hinter der ein Essen auf dem Herd bereits angebrannt war. Das hätte auch schlimmer ausgehen können.

Auch ein anderer Kollege hat uns bereits kurzfristig verlassen, er unterrichtet die angehenden Rettungsassistenten auf der Feuerwache 2 und kommt erst 2 Stunden später wieder.




Während der Gw Technik das Mittagessen besorgt und noch für eine Freiwillige Feuerwehr Besorgungen erledigt, bekommt der Fahrer des Einsatzleitwagens auch schon seinen ersten Einsatz, eine Brandmeldeanlage ist in der Leitstelle eingelaufen, die komplette Wache 2 ist dahin im Einsatz unterwegs und er bringt den Einsatzleiter und die Alarmakte der jeweiligen Firma zum Einsatzort.





Während die ersten Einsätze abgearbeitet werden erledigen die übriggebliebenen (manchmal aber auch nicht alle, könnte man meinen) eine Arbeit die Freitags immer anfällt, nämlich die Hallenreinigung.
Dabei werden alle Fahrzeuge rausgefahren und die freien Hallen durchgefegt. Alles mit Handbesen, ok mitlerweile haben wir einen Besenkarren, kann viel Arbeit sein, wenn man nur zu dritt ist...




Als wir damit fertig waren haben der Kollege Kaczy und ich eine Einweisung auf das Fahrzeug der Kramermarktswache bekommen, damit wir dort auch endlich einen Dienst übernehmen können, hurra. Auch das dauerte eine gute Stunde.

Zwischendurch muss ich immer wieder in die Küche, da ich als Angriffstrupp ja auch für das Essen bzw die Küche zuständig bin, glücklicherweise mussten wir nur Nudeln und Gulaschsuppe aufkochen, das macht nicht so viel Arbeit. Die Suppe erwies sich an späterer Stelle allerdings für einen Kollegen zum Problem, aber davon später.

Der Erste von uns macht sich fertig für den von 13:00h bis 19:30h dauernden Dienst auf dem Kramermarkt. Direkt hinter dem Top Spinn Karusell steht dort ein Aufenthaltscontainer und ein Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Stadtmitte, von 13:00 bis 1:00 stehen dort immer 4 Feuerwehrleute zur Verfügung.

Aufgrund des Personalmangels musste ein Kollege der Wache 2 die erste Sicherheitswache des Tages im Staatstheater übernehmen.

Pünktlich um 12:38h, 2 Löffel habe ich schon geschafft, kommt der erste Alarm für unser HLF, das Einsatzleitfahrzeug und das große Tanklöschfahrzeug.
Auf der A 28 Höhe Ausfahrt Eversten soll ein LKW brennen, also im Laufschritt zum Fahrzeug, schnell umziehen und während der Fahrt die Atemschutzgeräte anlegen. Am Einsatzort angekommen erkennen wir nur einen Sprinter, der angeblich eine Verpuffung im Motorraum gehabt haben soll auf dem Seitenstreifen, alles noch mal gut gegangen. Das heisst aber nicht, das nix zu tun ist, während der Maschinist die Wasserversorgung prophylaktisch herrichtet, klemmt der Angriffstrupp die Fahrzeugbatterie ab und macht die Verkehrsabsicherung fertig, die auf der Autobahn immer sehr wichtig ist.

Das Essen und die anschließende Mittagsstunde verkürzen sich so um etwa eine Stunde.

- 13:51h erfolgt ein weiterer Alarm für das Einsatzleitfahrzeug, eine weitere Brandmeldeanlage ist eingelaufen.

Zwischendurch hat die Besatzung des Gw Te mit dem Gw Tier eine tote Ente zum Landesamt für Vogeluntersuchungen, Laves, gebracht. Die Bevölkerung der Stadt ist immer noch ein bisschen ängstlich bei toten Vögeln wegen der Vogelgrippe.

- Um 14:30h treffen wir uns alle wieder und die weiteren Aufgaben werden besprochen. Nach dem Kaffee geht die Wachzugausbildung los.
Erst besprechen wir den Container mit der Ölabscheiderpumpe und bringen dieses Uraltgerät auch alle zum Laufen, dann geht es für die etwas jüngeren von uns am TLF 24/50 weiter, die Pumpe mit all ihren Funktionen wird genauso angesprochen und ausprobiert wie der Wasserwerfer(Monitor).

Dieses Fahrzeug hat einen 5000l fassenden Wassertank und einen 500l fassenden Schaummitteltank und dient uns z.B. auf der Autobahn als Wasserreserve, da dort ja nirgends Hydranten sind. Eigentlich gehört es zur Freiwilligen Feuerwehr Stadtmitte, wird aber im Einsatzfall vom Gw- Te besetzt.




- 16:00 Der Einsatzleiter besucht zwischenzeitlich ein größeres Gebäude im Rahmen des Vorbeugenden Brandschutzes.

- 16:00- 17:00 der Fahrleher (so einen haben wir auch) gibt einem freiwilligen Feuerwehrmann eine Fahreinweisung.

- 17:00 Kommt die Kinderfeuerwehr Sandfeld um uns zu besichtigen. Auch hierfür werden wieder 2 Kollegen abgestellt, die Führung dauert etwa 1,5 h. Wir zeigen ihnen unsere Räumlichkeiten, die Leitstelle, unsere Fahrzeuge und die Ausrüstung, sie dürfen eine kleine Runde im HLF mitfahren, die Drehleiter wird herrausgeholt und vorgestellt, auf dem großen Tanklöschfahrzeug durfen alle mal am Monitor stehen... So bekommt man jedes Kind begeistert.

- 18:00h das HLF muss noch getankt werden, der Kollege managed die Kindertruppe alleine weiter, wir müssen ja wähend des Tankens jederzeit einsatzbereit bleiben.

- Gegen 19:00h liegen gleich mehere Arbeiten an, der Einsatzleiter nimmt den Brandschutz des Kramermarktes ab, so dass dieser nun endglültig in Betrieb gehen darf, der nächste Kollege macht sich für den Dienst auf dem Kramermarkt fertig und kommt erst um 1:00h in der Nacht wieder und ich zieh mich um für den Dienst im Staatstheater, der auch immerhin bis 23:30h dauert.

Der Angriffstrupp, schon lange nicht mehr in Orginalbesetzung, ist mit dem Großreinemachen der Küche dran, also Boden wischen, Geschir spülen.

Für die auf der Wache verbleibenden beginnt jetzt der halbwegs gemütliche Teil, wobei ja auch noch einige Berichte geschrieben werden müssen, die Einteilung für die nächste Schicht fertig gemacht werden muss, das Wachbuch geschrieben wird und und und...







- Um 20:00h fährt der Gw Tier noch einen verletzten Vogel zum Tierartz.

- 23:40h, ich bin gerade wieder da und mit dem Zimmerkollegen noch am lästern, da kommt ein anderer Kollege in unser Zimmer und nimmt ihm mit zu einem vermeintlichen Wasserschaden, der allerdings absolut harmlos ist.

- gegen 1:30 kommt der Kramermarktwächter wieder zur Wache und hat nicht wirklich viel von seinem Schlaf...

-2:30 reißt uns der Gong aus dem Schlaf: Zimmerbrand in Osternburg; Einsatz für beide Wachen. Also wieder zum Fahrzeug rennen, anziehen und mit Atemschutz ausrüsten, mein Truppführer hält währendessen inne, ihm gehts dank der Suppe nicht gut. Glücklicherweise sind wir in der Nacht wieder vollständig, und so übernehmen 2 frische Brandmeister den Angriffstrupp...
Ok, die Einsatzstelle liegt in direkter Nähe der Feuerwache 2, so dass wir erstmal nur als Sicherheitstrupp zum Einsatz kommen.
Wie der Name schon sagt, sind wir damit die Lebensversicherung für den Trupp der anderen Wache, falls denen etwas passieren sollte müssen wir sofort reagieren können. Bei unserer Ankunft schlagen noch immer Flammen aus dem Küchenfenster.
Als die anderen melden, dass das Feuer aus ist, bekommen wir den Auftrag im verrauchten Geschoss über dem Brandherd alles abzusuchen, damit sich das Feuer nicht unbemerkt ausbreitet. Dem war aber nicht so.
Nach ca 1h können wir die Einsatzstelle wieder verlassen, aber damit ist der Einsatz noch nicht vorbei, die Atemschutzgeräte müssen wieder klar gemacht werden, Wasser wieder aufgefüllt werden, und dreckige Schläuche werden getauscht.






Damit ist es noch nicht für alle vorbei, um 5:54h wird der Gw- Te nochmal zu einer Türöffnung gerufen, die Besatzung ist erst um 6:46h wieder auf der Wache.

Das war für uns erstmal der letzte Einsatz, was nicht heisst, dass wir nun schön ausschlafen können, um Punkt 7:00h weckt uns der Gong zum Aufstehen, das letzte Geschirr wird gewaschen, die Mülleimer geleert und auch alles andere soll nicht weiter aussehen wie bei manch einem in der Wg...

- Gegen 7:50h trudelt nach und nach die gut gelaunte Ablösung ein...

Fazit:

Ich wollte hier mal einen typischen Tag bei uns präsentieren, interessanterweise war an diesem Tag etwas mehr zu tun. Falls keine Einsätze aufgelaufen wären, hätte ich auch diesen Tag beschrieben, wobei irgendwas immer anliegt.

Ich liebe meinen Beruf, egal wie krittisch der Bericht klingt, er ist unheimlich vielseitig und immer spannend, ständig ist Improvisation gefragt; ich habe bewundernswert fröhliche Kollegen, egal wie unangenehm es auch manchmal sein kann. Noch freue ich mich auf jeden Arbeitstag, vielen geht es nach etlichen Jahen immer noch so. Ich möchte nicht wieder zurücktauschen.

Eine Besonderheit an diesem Tag war die Tatsache, dass so viel Personal zu Sicherheitswachen abgestellt werden musste, der Kramermarkt hat 2 Kollegen lange Zeit gebunden, und auch durch das Staatstheater waren wir lange Zeit einer weniger.
Dazu muss man wissen, das wir ja schon den Luxus hatten auf dem HLF zu 5. zu sein, zumindestens morgens auf dem Plan.
Unsere Stammbesatzung beeinhaltet:
- 1 Fahrer für den ELW
- 4 für das HLF (Minimum) wobei unsere Gruppenführer auch immer der Wachleiter ist
- 2 für den Gw- Te
- 2 für die Drehleiter

- 3 für die Leitstelle, die aber in dem Moment nicht zum Löschzug gehören.

Macht zusammen 9 Berufsfeuerwehrleute im Einsatzdienst, wir können im Einsatzfall damit 9 Fahrzeuge besetzen, (den zusätlichen Rettungswagen, das Wechselladerfahrzeug, den Rüstwagen, das grosse Tanklöschfahrzeug, den Einsatzleitwagen, das Hilfeleistungs- Löschfahrzeug, den Gw- Te, die Drehleiter, und den Gw- Tier) natürlich nicht ohne dafür ein anderes außer Dienst zu stellen.
Das nennt sich multifunktionale Einsetzbarkeit, wir müssen also alles können. An diesem Freitag bekam das mein Zimmermitbewohner besonders zu spüren, er besetzte im Laufe der Schicht 6 Positionen. Als ELW Fahrer, auf dem Kramermarkt, auf dem Gw- Te, als Angriffstrupp, als Schlauchtrupp und als HLF Maschinist. Wie gesagt es ist abwechslungsreich.

Wenn, wie heute Positionen auf dem Markt oder im Theater besetzt werden müssen, dann wird als erstes alles bis auf dem Angriffstrupp weggekürzt. Das sind die Positionen die wir immer als Plus empfinden. Ist das nicht mehr möglich, muss der Einsatzleiter selber fahren, ist auch diese Position schon weg, wird der Gw- Te stillgelegt und reicht auch das nicht ist irgendwann die Drehleiter dran, wir haben ja 2 in der Stadt, kam alles schon vor. Das passiert allerdings äußerst selten, vorher wird versucht Personal unter den beiden Wachen auszutauschen.
Dem guten Organisationstalent der Wachzugführer und der Einsatzleiter ist es zu verdanken, dass, wie heute, kein Chaos entsteht und kein Fahrzeug ausser Dienst gehen musste. Oftmals heisst es dann: " auf welchem Fahrezug du sitzt, siehst du wenn das Licht angeht." Dh im Alarmfall treffen sich die auf der Wache vebliebenen in der Halle und schauen welche Fahrzeuge besetzt werden können.

Obwohl das jetzt alles nach viel Arbeit und Stress klingt, wir lassen es sonst eher immer ruhig angehen und haben unseren Spass auf und mit der Arbeit, wir können aber auch wie gesehen auch ganz anders.


Nachtrag vom Mittwoch, 4. Oktober: dieses Mal hatten wir übrigens 7 Einsätze. Das waren:

- 1 vermeintlicher Dachstuhlbrand im NLKH Wehen.
- 2 Verkehrsunfälle
- 1 eiliges Türöffnen
- insgesamt noch 3 Brandmeldeanlagen, darunter eine im Klinikum Oldenburg

und auch an dem Tag blieben keine Aufgaben liegen...


Die Bilder dazu gibts hier!

Und hier gehts weiter zu dem typischen Tag im Rettungsdienst.




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